Vorausschauende Strategie sichert Remscheids Trinkwasserversorgung.
Wasserwerk Eschbachtal speist im Probebetrieb erste Mengen ein.
Während die anhaltende Trockenheit und die niedrigen Füllstände der Talsperren in der Region – wie der Großen Dhünntalsperre, die aktuell nur zu rund 50 Prozent gefüllt ist – für Besorgnis sorgen, blickt die EWR GmbH zuversichtlich auf die Versorgungssicherheit in Remscheid. Der Grund hierfür ist eine weitsichtige und langfristig angelegte Strategie zur Anpassung an den Klimawandel: Mit der Reaktivierung der Eschbachtalsperre und dem Neubau des dazugehörigen Wasserwerks hat der lokale Energie- und Wasserversorger bereits vor Jahren die Weichen gestellt, um Engpässen effektiv vorzubeugen.
Erste Einspeisung entlastet die Region ab sofort.
Pünktlich zur beginnenden Sommerperiode gibt es einen wichtigen Meilenstein zu vermelden: Das umfassend modernisierte Wasserwerk im Eschbachtal hat im Rahmen seiner Inbetriebnahme den Probebetrieb aufgenommen. Es produziert bereits erstes Trinkwasser von höchster Qualität und speist dieses in das Remscheider Netz ein. Diese Maßnahme zeigt sofortige Wirkung für den regionalen Verbund: Durch die Nutzung der eigenen Ressourcen vor Ort wird die Große Dhünntalsperre entlastet.
„Dass wir genau jetzt, wo die Talsperrenstände im Umland Sorge bereiten, mit dem Wasserwerk Eschbachtal wie geplant an den Start gehen können, bestätigt unseren Kurs“, erklärt Christoph Nath. „Unsere Netze und Aufbereitungsanlagen sind bereit. Durch denaktuellen Probebetrieb speisen wir bereits erste Mengen ein und leisten damit einen direkten, aktiven Beitrag zur Entlastung der Großen Dhünntalsperre und des bergischen Verbunds.“
Investitionen in die Resilienz und Unabhängigkeit
In den vergangenen Jahren wurden erhebliche technische und finanzielle Anstrengungen unternommen, um das historische Wassereinzugsgebiet zukunftsfähig zu machen. Seit Mai 2026 sorgt eine hochmoderne Ultrafiltrationsanlage dafür, dass das Rohwasser im Eschbachtal nach höchsten Standards aufbereitet wird. Zudem sichert seit Sommer 2023 ein neues leistungsstarkes Notstromaggregat den Betrieb auch in kritischen Infrastruktursituationen ab.
„Wir haben die Auswirkungen des Klimawandels mit längeren Trockenperioden frühzeitig antizipiert und gehandelt“, betont EWR-Geschäftsführer Mike Giera. „Die Sicherung der Trinkwasserversorgung ist eine Generationenaufgabe. Durch diese massiven, vorausschauenden Investitionen in die Modernisierung unserer eigenen Anlagen machen wir die Remscheider Infrastruktur resilienter. Versorgungssicherheit entsteht nicht von alleine – sie ist das Ergebnis konsequenter, zukunftsorientierter Substanz- und Strukturerhaltung vor Ort.“
Moderne Technik für höchste Versorgungssicherheit
Im Normalbetrieb kann das Wasserwerk Eschbachtal künftig bis zu 0,75 Millionen Kubikmeter Rohwasser pro Jahr zu erstklassigem Trinkwasser aufbereiten. In extremen Ausnahmesituationen – etwa bei langanhaltenden Dürren – kann die Entnahme flexibel auf bis zu 3,0 Millionen Kubikmeter pro Jahr hochgefahren werden. Dies entspricht rund 40 Prozent des gesamten Remscheider Bedarfs. Zusammen mit der Eschbachtalsperre und der Neyetalsperre verfügt Remscheid damit über ein robustes Wasserversorgungsnetz.
Verantwortungsvoller Umgang bleibt Bürgerpflicht
Trotz der hervorragenden Ausgangslage in Remscheid betont die EWR GmbH, dass Wasser eine kostbare Ressource bleibt. Der Aufwand für die Aufbereitung und Verteilung steigt durch klimatische Veränderungen und höhere Temperaturen kontinuierlich an. Die EWR schließt sich daher dem regionalen Aufruf des Wupperverbandes und der Nachbarstadtwerke zum achtsamen Umgang mit Trinkwasser an. Ein bewusster Konsum – beispielsweise der Verzicht auf großflächiges Rasensprengen und Befüllen von Pools – hilft, die Transportmengen im Netz zu reduzieren und die Reserven für den Hochsommer zu schonen.
Alle Informationen rund um das Thema Trinkwasser und die Modernisierungsprojekte der EWR sind online verfügbar unter: ewr-remscheid.de/trinkwasser
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